Die falsch gestellte Frage
Die Debatte beginnt meist mit „ist Cloud schneller oder lokal?". In der Praxis liefern beide Architekturen in einer einzelnen Filiale eine ähnliche Leistung. Der Unterschied zeigt sich, wenn das System wächst und wenn etwas schiefgeht.
Wenn das Internet ausfällt
Die richtige Frage lautet: Läuft der Verkauf weiter, wenn die Verbindung abbricht? Ein gut entworfenes Cloud-POS hält die Transaktionen lokal und synchronisiert, sobald die Verbindung zurückkehrt. Der Verkauf stoppt nicht, die Bestellung geht nicht verloren.
Es ist wichtig, dies im Vertrag zu sehen. Das Etikett „Cloud" allein garantiert keine Offline-Belastbarkeit.
Wer hält die Daten?
Bei einer lokalen Installation liegen die Daten auf Ihrem Gerät: Die Kontrolle liegt bei Ihnen, die Backup-Verantwortung auch. Haben Sie im Szenario eines Gerätedefekts, Diebstahls oder Brands einen Wiederherstellungsplan?
In der Cloud liegen die Daten auf der Infrastruktur des Anbieters: Backup und Zugriff liegen in seiner Verantwortung, aber Ihr Exportrecht muss im Vertrag klar sein. Die Antwort auf die Frage „gehören die Daten mir und kann ich sie jederzeit bekommen?" muss schriftlich vorliegen.
Vor der Frage Cloud oder lokal: Kann ich meine Daten an dem Tag bekommen, an dem ich will?
Die Kosten der zweiten Filiale
Der Unterschied zeigt sich hier am stärksten. Bei einer lokalen Installation kommt jede Filiale mit ihrem eigenen Server, ihrer eigenen Installation und ihrem eigenen Update; mit steigender Filialzahl wächst die Verwaltungslast linear.
In der Cloud ist eine neue Filiale eine Kontodefinition: Die Menü- und Preisvorlage wird kopiert, und sie eröffnet innerhalb von Minuten. Auch Regeln zentral zu setzen, ist nur in dieser Architektur praktikabel.